Neue Welt. Impressionen

Anfang des Jahres hat es mich nach Brandenburg verschlagen. Und zwar nicht im Rahmen einer Wochenendflucht aus der Oberlausitz, sondern dauerhaft. Und nicht an irgendeinen Ort in den entmenschten Weiten der Mark Brandenburg mit ihren Alleen, auf denen gepiercte Siebzehn-, Achtzehnjährige mit ihren Tuningmonstern gern öfters in die Bäume gurken, sondern direkt ins Herz des derzeit friedseligen preußischen Militarismus, nach Potsdam. Die Verbundenheit zur malerischen Oberlausitz möchte ich ab sofort lieber aus der Ferne genießen. Wie ein Soldat, der – fernab der heimatlichen Scholle stationiert -, ab und zu seiner Freundin gedenkt. Nur, dass der Wehrdienst hier keinen Entlassungstermin mit finaler Heimreise und Hochzeitsfeier vorsieht. Höchstens aller paar Wochen Kurzurlaube über Samstag/ Sonntag, die bei der NVA mit KU abgekürzt wurden, beziehungsweise mit VKU, verlängerte Kurzurlaube, bei denen man den Zug schon am Freitag mit dem Schnapsflaschenbeutel besteigen durfte. Manchmal bedeutet Liebe eben auch, dass man sich gegenseitig in Ruhe lässt. Hält die Beziehung der Trennung stand, so hat sie Kern und Mark, zerbricht sie daran, dann kullern vielleicht Tränen, aber das legt sich. Kürzlich las ich in einer Potsdamer Kneipe auf einer hinter dem Tresen angepinnten Postkarte: Das Leben ist hart, aber es geht vorbei. Nun denn.

Apropos nun denn. Um Haaresbreite wäre Hamburg mein neues Domizil geworden. Im letzten Jahr habe ich mich eine Woche lang in einem schnuckeligen Hotel im Nobelstadtteil Sankt Georg einquartiert, um die Lage in der Hansestadt vor Ort zu peilen. Täglich landete ich spätabends in dieser Kaschemme, direkt gegenüber des Hotels. Jede Nacht geisterten dort die gleichen Gestalten durch die Zigarettenqualmschwaden und jeden Abend hockte die gleiche Frau am Tresen.

Wie es weiter geht, steht im Buch ALARMSTUFE WEISS...