Thomas ist kein Buxenluder
Manchmal nimmt einen die Kleinstadt in den Würgegriff oder sie wirft Dreck ins Gesicht oder sie knallt wie eine Baseballkeule auf den Kopf.
Dafür bevorzugt sie Freitage. Freitage nach einer Arbeitswoche, in der der Wunsch nach prosperierendem beruflichem Zugewinn hinsichtlich eines monetären Endsiegs einerseits und dem schlussendlich real existierenden Erfolgskoeffizienten nach Überprüfung der Faktenlage andererseits, in einem besonders diametralen Verhältnis zueinander gestanden haben. Also nach Arbeitstagen, die schlichtweg zum Kotzen waren.
Meistens gab es ergänzend Unstimmigkeiten mit diesem oder jenem Mitmenschen
wegen dieser oder jener bedeutenden Unwichtigkeit oder einer hat blöde geguckt in
einem Moment, wo man sowieso nur darauf gewartet hat, dass irgendeiner blöde guckt. Oft ist das einer, dessen Gesicht man sowieso schon seit Jahren gemeinsam mit getunten Autos, Kauflandgeschäften, Unterschichten-Talkshows, NPD-Fahnen, Novemberwolken, Werbeprospekten, kostenlosen Wochenzeitungen oder dem Grinsen von Michael Schumacher in den optischen Mülleimer gestopft hat.
Ein Spaziergang an einem der zurückliegenden Wochentage mittags durch die Innenstadt wirkt strafverschärfend wie Einzelhaft und lässt die Lava im Krater der Emotionen gefährlich brodeln.

